| Für das imposante Strohdachhaus
in Muhen ist uns weder urkundlich noch am Bau selber ein Baudatum
überliefert. Trotz seines altertümlichen Aussehens weisen
die formierten Architekturteile wie Türgerichte, Fenstergewände,
Gesims- und Deckenprofile, Türgriffe, Beschläge und Schlösser
bis frühestens in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurück.
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Im Gegensatz zu den meisten Strohdachhäusern des Aargaus blieb das
Gebäude von späteren baulichen Eingriffen verschont. Der typologisch
hochwichtige Bau, seit 1954 nicht mehr bewohnt, wurde 1961 von der Aargauischen
Vereinigung für Heimatschutz erworben, ging jedoch infolge Brandstiftung
am Tage der offiziellen Übergabe in Flammen auf und wurde mit Ausnahme
des Wohnteils zerstört.
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Mit Hilfe von Bund, Kanton und Heimatschutz
wurde das Kulturdenkmal in den Jahren 1962/63 wieder aufgebaut und
steht seither als volkskundliches Dokument, mit seiner Innenausstattung
als bäuerliches Wohnmuseum, allen Interessierten zur Besichtigung
offen. Das Strohdachhaus, ein Relikt der Wohnkultur aus germanischer
Zeit, wurde im Jahr 1983 von der Einwohnergemeinde Muhen käuflich
erworben. |
Das im Holzständerbau errichtete Hochstudhaus mit seinem mächtigen
Strohwalmdach weist eine, für dessen Ausmass, strenge Proportionen
auf. So verhält sich die Breite des Hauses zur Länge 1:2 und
die Breite zur Firsthöhe 1:1. Mit Ausnahme des gemauerten Stocks
an der Nordwestecke des Gebäudes und der beidseits anschliessenden
Schildmauern, ist das kunstvoll gefügte Hausgerüst ein reines
Zimmermannswerk. Sämtliche Elemente sind durch Verzapfungen, Überblattungen
und Vernutungen sowie mittels Dübeln und geschnitzten Holznägeln
miteinander verbunden. Auf den gegenseitig verzapften Eichenbalken des
Schwellenkranzes stehen als Rahmenhölzer der horizontal eingeschobenen
Bohlen die verbohrten Ständerpfosten und über der Mittelachse
des Gebäudes vier 12 Meter hohe, mit den Firstpfetten verblattete
Hochstüde, die wie Maste eines Zirkuszeltes emporragen. Ausser den
beiden Tennstüden steht je einer im Wohnteil (zwischen Wohn- und
Schlafstube) und einer im Stall (zwischen Viehstall und Futtertenn).
Wegen seiner Seltenheit und Schönheit ist dieser einzigartige Zeuge
der Vergangenheit der Stolz der Gemeinde Muhen, welche sonst mit Kulturdenkmälern
nicht begütert ist.
Öffnungszeiten
April bis Oktober
jeweils 1. und 3. Sonntag im Monat von 14.00 – 17.00 Uhr
übrige Zeit nach Vereinbarung
Strohdachhaus-Führungen und Informationen
Hansrudolf und Anni Moser-Uhlmann
Schlüsselring 12
5037 Muhen
Tel. 062 723 13 30
Literaturhinweise
Dorfchronik Muhen 1045 – 1995 (Fr. 25.--)
Markus Widmer / erhältlich bei der Gemeindekanzlei Muhen (gemeindekanzlei@muhen.ch)
Das Aargauer Strohhaus (Fr.
15.--)
Schweizer Heimatbücher 1961 / Peter Felder / Verlag Paul Haupt Bern
erhältlich bei der Gemeindekanzlei Muhen (gemeindekanzlei@muhen.ch)
Verband
Aargauer Museen
Historisches verbindet sich mit Modernem: www.vamus.ch
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