Strohdachhaus
Wegen seiner Seltenheit und Schönheit ist das Strohdachhaus ein einzigartiger Zeuge der Vergangenheit und der Stolz der Gemeinde Muhen.
Durch die bewundernswerte Leistung des freiwilligen Strohdachhausteams werden jeden Monat unzählige Stunden zur Erhaltung des Inventars investiert - mit viel Sachwissen und Freude, um das Denkmal in sehenswürdigem Zustand zu halten. So entstand im Laufe der Jahre auf dem Boden der Heubühne eine Ausstellung über das Handwerk der Strohdachdecker. Auch werden Sammlungsbestände und Objekte von Handwerksberufen (z.B. Zimmermann, Seiler, Schmied, usw.) ausgestellt, wie auch viele wunderschöne Zeitzeugen aus Muhen.
Das Strohdachhaus befindet sich an der Hardstrasse 3, Muhen.

Öffnungszeiten und Eintritt
April bis Oktober
jeweils 1. und 3. Sonntag im Monat von 14.00 – 17.00 Uhr
übrige Zeit nach Vereinbarung
Der Eintritt ist frei.
Kontakt (Führungen und Informationen)
Strohdachhaus Muhen
Ulrich Lüscher
Hardstrasse 3
5037 Muhen
079 657 81 00
strohdachhaus@muhen.ch
Auf Wunsch sind Führungen auf Englisch möglich.
Anfahrt/Parkplätze
Adresse: Hardstrasse 3, Muhen
Öffentlicher Verkehr: ab Aarau mit der S14 Richtung Schöftland bis Haltestelle Muhen Bahnhof.
Ein paar wenige Parkplätze gibt es direkt beim Strohdachhaus.
Trauungen
Lassen Sie sich im heimelig-romantischen Ambiente der Bauernstube trauen! Die „gute Stube“ des Strohdachhauses kann in Zusammenarbeit mit dem Regionalen Zivilstandsamt Schöftland für ein unvergessliches Erlebnis gebucht werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, auf dem Platz hinter dem Haus (bei schlechtem Wetter unter dem ausladenden Dach) einen Apéro/kleinen Empfang für bis zu 40 Personen auszurichten.
Die Kosten und weitere Details sind dem Benützungsgesuch zu entnehmen.
Benützungsgesuch Strohdachhaus
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung für das imposante Strohdachhaus in Muhen findet sich im Jahr 1721.
Im Gegensatz zu den meisten Strohdachhäusern des Aargaus blieb das Gebäude von späteren baulichen Eingriffen verschont. Der typologisch hochwichtige Bau, der seit 1954 nicht mehr bewohnt wird, wurde 1961 von der Aargauischen Vereinigung für Heimatschutz erworben, ging jedoch infolge Brandstiftung am Tage der offiziellen Übergabe in Flammen auf und wurde mit Ausnahme des Wohnteils zerstört.
Mit Hilfe von Bund, Kanton und Heimatschutz wurde das Kulturdenkmal in den Jahren 1962/63 wieder aufgebaut und steht seither als volkskundliches Dokument mit seiner Innenausstattung als bäuerliches Wohnmuseum allen Interessierten zur Besichtigung offen. Das Strohdachhaus, ein Relikt der Wohnkultur aus germanischer Zeit, wurde im Jahr 1983 von der Einwohnergemeinde Muhen käuflich erworben.
Das im Holzständerbau errichtete Hochstudhaus mit seinem mächtigen Strohwalmdach weist, für dessen Ausmass, strenge Proportionen auf. So verhält sich die Breite des Hauses zur Länge 1:2 und die Breite zur Firsthöhe 1:1. Mit Ausnahme des gemauerten Stocks an der Nordwestecke des Gebäudes und der beidseits anschliessenden Schildmauern ist das kunstvoll gefügte Hausgerüst ein reines Zimmermannswerk. Sämtliche Elemente sind durch Verzapfungen, Überblattungen und Vernutungen sowie mittels Dübeln und geschnitzten Holznägeln miteinander verbunden. Auf den gegenseitig verzapften Eichenbalken des Schwellenkranzes stehen als Rahmenhölzer der horizontal eingeschobenen Bohlen die verbohrten Ständerpfosten und über der Mittelachse des Gebäudes vier 12 Meter hohe, mit den Firstpfetten verblattete Hochstüde, die wie Maste eines Zirkuszeltes emporragen. Ausser den beiden Tennstüden steht je einer im Wohnteil (zwischen Wohn- und Schlafstube) und einer im Stall (zwischen Viehstall und Futtertenn).
Verband Aargauer Museen
Historisches verbindet sich mit Modernem: www.vamus.ch
